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Samstag, 20. Januar 2018

Glossar

A

AKZIDENZEN  Eine Akzidenz (lat. accidens - sich ereignende zu accidere) ist eine Druck- oder Satzarbeit von in der Regel geringem Umfang. Akzidenzdrucksachen sind Gelegenheitsdrucksachen. Das können all jene Drucksachen sein, die nicht zum Zeitungs-, Zeitschriften- oder Werkdruckbereich gehören. Darunter fallen nicht periodisch erscheinende Druckprodukte wie zum Beispiel Prospekte, Visitenkarten, Eintrittskarten, Briefe sowie amtliche und nichtamtliche Formulare.

AUFLAGE  Anzahl der herzustellenden Exemplare eines Druckauftrages.

AUFLÖSUNG  Anzahl der Bildelemente (Pixel, Punkte) je Längeneinheit, die bei der Ausgabe am Bildschirm, auf Film, Druckform (Platte etc.) oder Papier wiedergegeben werden können. Meist ausgedrückt in Anzahl pro cm (dpcm) oder Inch (dpi). Hohe Auflösung bedeutet gute Detailwiedergabe.

B

BLEIWÜSTE Ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ein mit Text überfrachtetes und dadurch schwer lesbares Dokument. Die Entstehung einer Bleiwüste wird durch die Verwendung eines geringen Zeilenabstandes und mangelnde Strukturierung durch Absätze innerhalb eines Dokuments begünstigt.

C

CIE-FARBRAUM  Geräteunabhängiger Farbraum, in dem jede darzustellende Farbe durch ihre Normfarbwerte Y, x, y beschrieben wird.

CIELAB-FARBRAUM  Geräteunabhängiger Farbraum, bei dem die CIE-Farbwerte Y, x, y (siehe CIE-Farbraum) in empfindungsgemäß gleichabständige Werte L*, a*, b* umgerechnet wurden. L* bezeichnet die Helligkeit, a* ist der Rot-Grün-Anteil und b* der Gelb-Blau-Anteil.

CMYK  Standardisierte Grundfarben für den Vierfarbendruck: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. (Engl.: Cyan, Magenta, Yellow, Key; Key wegen der häufigen Verwendung von Schwarz/Black als Bezugsfarbe für das Einpassen der Buntfarben zum korrekten Farbregister/Übereinanderdruck).

COLOR MANAGEMENT  Verfahren/System zur Abstimmung der einzelnen Geräte und Maschinen, die am Workflow der Farbbildbearbeitung bis zum fertigen Druckerzeugnis beteiligt sind. Dient zur Gewährleistung der richtigen Farbwiedergabe von der Eingabe (z.B. Scanner) bis zur Ausgabe auf verschiedenen Medien und mit verschiedenen Drucktechnologien (z.B. Bildschirm; über Druckeinrichtungen oder Druckmaschinen unterschiedlicher Drucktechnologien auf verschiedene Bedruckstoffe).

D

DICKTE  Die Dickte ist die Breite eines Buchstabens, inklusive der Vor- und Nachbreite (Fleisch). Sie legt den Mindestabstand zweier Buchstaben im Wort fest. Schriftarten, bei denen jedes Zeichen den gleichen Dicktenwert besitzt, nennt man dicktengleiche Schriften oder auch Monospace-Schriften, wie zum Beispiel die Courier, Andale Mono und diverse Schreibmaschinenschriften. Im Gegensatz dazu stehen Schriftarten, bei denen nicht jedes Zeichen den gleichen Dicktenwert besitzt - das sind die Proportionalschriften wie zum Beispiel die Times, Meta oder Garamond.

DIN-FORMATE   Die vom deutschen Ingenieur Walter Porstmann entwickelten Papierformate wurden 1922 vom Deutschen Institut für Normung (DIN) festgelegt. Sie dienen der Vereinheitlichung in der Papier- und Druckindustrie und wurden weitestgehend von allen Ländern übernommen. Es gibt auch noch andere Formatereihen, die aber eher eine untergeordnete Rolle spielen. Das Grund-Papierformat basiert auf der Formel 1:(Wurzel aus 2) und beschreibt das Verhältnis von Breite und Höhe.

DENSITÄT/DICHTE (optische Dichte)  Lichtundurchlässigkeit einer Farbschicht. Rechnerisch der Logarithmus der Opazität. (Siehe Opazität)

DTP  Desktop Publishing bedeutet soviel wie „Publizieren vom Schreibtisch aus“. Seit etwa 1992 werden Printprodukte fast ausschließlich im Rahmen von DTP produziert. Die fotografischen Techniken der Druckvorstufe sind zwischenzeitlich fast vollständig durch digitale Verfahren des DTP verdrängt worden.

DURCHSCHUSS  Er bezeichnet im Buchdruck diejenigen schmalen Bleistücke, mit denen die Zwischenräume zwischen den Zeilen hergestellt werden. Die Bezeichnung ist ebenfalls im digitalen Satz gebräuchlich. Oft wird er verwechselt mit dem Zeilenabstand. Ein Durchschuss beschreibt den Abstand zwischen der Unterlänge der oberen Zeile bis zur Linie der Oberlänge der nachfolgenden Zeile. Im Fließtext gilt als ästhetisches Maß ein Durchschuss von 20%.

E

ENTRASTERUNG (Unscharf-Abtastung)  Um Moiré-Effekte beim Scannen (digitalen Abtasten) gerasterter Vorlagen zu vermeiden, werden die Vorlagen außerhalb des Schärfebereichs des Scanners, somit unscharf, abgetastet. Im Computer wird das Bild anschließend wieder geschärft. Eine Entrasterung ist auch auf Rechnerebene durch spezielle Bildverarbeitungsprogramme möglich.

F

FADENZÄHLER  ist eine Vergrößerungsglas mit Standfuss, welches in unserer Branche für viele Arten von Sichtprüfungen eingesetzt wird. Je nach Vergrößerungsfaktor kann man das Raster erkennen, sogar auszählen, Strichstärken begutachten, Farbauftrag, Kanten, Passerungenauigkeiten etc. Der Ursprung kommt, wie der Name schon sagt, aus der Nähbranche. Der Fadenzähler wurde tatsächlich dazu benutzt, bei einem Stoffstück die Fäden zu zählen.

FARBAUSZUG (Teilfarbenauszug)  Zerlegung einer Farbvorlage in die Grundfarbenanteile Cyan, Magenta und Gelb sowie Schwarz (früher mit Hilfe von Farbauszugsfiltern, heute auch rechnerisch möglich auf Grundlage der digitalen Beschreibung der Vorlage mit farbmetrischen Daten).

FARBMISCHUNG – additive:  Licht unterschiedlicher Farben wird überlagert und von der Empfangseinrichtung additiert und als Farbe aufgenommen. Additive Grundfarben sind Rot, Grün und Blau (z.B. Farbfernsehen). Werden alle Farben (Idealfarben) mit gleicher Intensität überlagert, entsteht Weiß.  – subtraktive:  Weißem Licht werden unterschiedliche Farbbestandteile entnommen (z.B. durch optischeTransmissionsfilter). Subtraktive Grundfarben sind Cyan, Magenta, Gelb (z.B. für Drucktechnik). Werden alle Farben (entspricht der Filterung des weißen Papiers durch Transmission der Farben Cyan, Magenta und Gelb) übereinander gedruckt, entsteht die Farbe Schwarz.

FEINDATEN  Für den Druck notwendige hochauflösende Daten zur Gewährleistung einer optimalen Druckqualität, speziell bei Bilddaten erforderlich. (Siehe Grobdaten)

FLATTERSATZ  (anaxialer Satz, asymmetrischer Satz) bezeichnet in der Typografie eine Satzform, bei der alle Zeilenanfänge in der Regel links senkrecht untereinander stehen und die Zeilenenden nach rechts frei auslaufen (linksbündiger Flattersatz). Im Gegensatz zum Blocksatz sind die Abstände zwischen Buchstaben und Wörtern immer gleich groß. Erreicht ein Wort den vorgegebenen Spaltenrand, wird es in die nächste Zeile ohne Trennung umgebrochen (englischer Flattersatz).

G

GEDANKENSTRICH  ist ein als Satzzeichen benutzter waagerechter Strich. Den Gedankenstrich gibt es in zwei Längen: Der kurze Gedankenstrich, Halbgeviertstrich „–“ von der Länge eines halben Gevierts. Dieser Strich ist in der Funktion als Gedankenstrich durch je eine Leerstelle vom umgebenden Text abzusetzen. In der Funktion als Bis-Strich entfallen die Zwischenräume. Der lange Gedankenstrich, Geviertstrich „—“ von der Länge eines Gevierts. Dieser Strich ist in deutschsprachigen Texten immer durch je eine Leerstelle links und rechts vom umgebenden Text abzusetzen. Nicht zu verwechseln ist der Gedankenstrich mit dem (sehr kurzen) Bindestrich oder mit dem Minuszeichen, das länger als der kurze, aber immer noch kürzer als der lange Gedankenstrich ist, und auch etwas höher liegt. Andere Bezeichnungen sind SPIEGELSTRICH und Anstrich.

GEVIERT  ist eine typografische Maßeinheit aus der Zeit des Bleisatzes mit beweglichen Lettern, die auch im modernen DTP noch verwendet wird. Es entspricht einer quadratischen Fläche, deren Seitenlänge sich aus der Höhe des Schriftkegels (der Kegelstärke) ergibt. Demzufolge definiert das Geviert in der Senkrechten den Mindestzeilenabstand einer Schrift; in der Waagrechten ist es – in verschiedenen Unterteilungen bis zu einem 24stel – die Maßgrundlage für den Abstand zwischen Wörtern und Satzzeichen, und die Länge der Geviertstriche. Der übliche Wortabstand z.B. beträgt ein drittel Geviert.

GROBDATEN  Daten für niedrigaufgelöste Darstellung von Bildern und Texten, ausschließlich verwendbar für Gestaltung und Layout-Konzeption. Vorteil: relativ kleine, entsprechend schnell zu verarbeitende Datenmengen, speziell bei Bilddaten erforderlich (z.B. Originaldaten/Feindaten für A4-Farbbild ca. 40 MByte, Grobdaten ca. 2,5 MByte).

H

HALBTON  Der Ton einer nicht in Bild- und Nichtbildelemente zerlegten Fläche (Halbton in Englisch: continuous tone), wobei für das menschliche Auge die kleinen Bildpunkte/-elemente nicht sichtbar sind und die Tonwertverläufe kontinuierlich erscheinen (siehe z.B. Fotografie im Gegensatz zu gerasterten Druckbildern). Gegensatz: RASTERTON (Englisch: halftone).

HKS  Dies ist die Abkürzung für ein Warenzeichen bzw. eine Marke der Druck- bzw. Künstlerfarbenhersteller Hostmann-Steinberg Druckfarben, K+E Druckfarben und H. Schmincke & Co. Der HKS-Farbfächer beinhaltet 120 so genannte Volltonfarben, insgesamt 3250 Farbtöne für Kunstdruck- und Naturpapiere, deren Sinn die vorhersagbare Wiederholbarkeit und Kommunikation bestimmter Farbnuancen in der grafischen Industrie ist. Es gibt verschiedene HKS-Farbfächer, die der unterschiedlichen Farbwiedergabe in Abhängigkeit vom bedruckten Papier gerecht werden: HKS E (Endlospapier), HKS K (Kunstdruckpapier), HKS N (Naturpapier), HKS Z (Zeitungspapier). Eine HKS-Farbe kann z.B. im Offsetdruck durch Verwendung einer – industriell vorgemischten oder vom Drucker angemischten – Sonderfarbe wiedergegeben oder (nur annähernd) durch vorgegebene Mischungsverhältnisse der Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz erzielt werden. Man muss an dieser Stelle anmerken und vor allem dem Kunden klarmachen, dass auch verschiedene Herstellungschargen einer bestimmten HKS-Farbe vom Farbton in der Regel gering abweicht. Dies wird in der Regel durch einen Aufkleber auf den Farbbüchsen einiger Hersteller sogar kenntlich gemacht.

HURENKIND  Auch als Hurensohn oder Waisenkind wird im Satz die letzte Zeile eines Absatzes bezeichnet, wenn sie zugleich die erste einer neuen Spalte oder Seite ist. Hurenkinder gelten in der Typographie als schwerer handwerklicher Fehler. Die Herkunft des Ausdruckes Hurenkind ist nicht genau bekannt. Vermutet wird, dass in den Anfangszeiten des Buchdruckes ein typographisches „Hurenkind“ ebenso wie ein Kind mit einer Prostituierten als störender Unfall angesehen wurde.

I

INITIALE  ist ein schmückender Anfangsbuchstabe, der im Satz als erster Buchstabe von Kapiteln oder Abschnitten verwendet wird. In der Vergangenheit wurden Initiale reich verziert. In der heutigen Typografie werden als Initiale meist Versalien aus größeren Schriftgraden verwendet, die ein- oder mehrzeilig angeordnet sein können und stilistisch zur Grundschrift passen sollten.

ITC  Die International Typeface Corporation (ITC) ist ein internationaler Schrifthersteller und wurde 1970 in New York von den Schriftgestaltern und Grafikdesignern Aaron Burns, Herb Lubalin und Ed Rondthaler gegründet. Ziel der Gesellschaft war es, Schriften zu entwerfen und unabhängig vom Satzsystem weltweit verfügbar zu machen. Bislang waren Schriften und deren Lizenzierung meistens an das jeweilige Satzsystem eines Schriftenherstellers (z.B. Linotype, Berthold, etc.) gebunden. In der Anfangszeit arbeiteten Schriftgestalter wie Herb Lubalin, Tom Carnase, Ed Benguiat, Antonio Di Spigna, Matthew Carter oder der deutsche Typograf Hermann Zapf für die ITC und prägten ihren Stil, der entscheidend vom Zeitgeist der 70er Jahre beinflusst wurde. Die Formen sind oft rund und plakativ, teils verspielt – mit eigenwilligen Ligaturen und Zierbuchstaben. Die meisten Schriften haben das Merkmal einer überdurchschnittlich hohen Mittellänge gemeinsam. Beispiele für typische Schriften dieser Zeit sind AvantGarde Gothic, ITC Garamond, Lubalin Graph, Bauhaus, Tiffany, Souvenir, Benguiat und Usherwood. 1986 wurde die ITC von Letraset, 2000 von Agfa-Monotype aufgekauft, existiert aber bis heute unter gleichem Namen weiter. Das Kürzel ITC findet sich heute als Bestandteil im Namen vieler teils populärer Schriften wieder.

J

JUNGFRAU  Es ist ein Begriff in der Typografie, der verwendet wird, um eine fertig gesetzte Seite als fehlerfrei zu kennzeichnen. Jede gesetzte Seite für den Druck wird Korrektur gelesen. Früher gab es in den Druckereien dafür ausgebildete Mitarbeiter, die Korrektoren. Diese überprüften den Text auf Rechtschreibung, Typografie und Satzregeln. Dazu markierten sie fehlerhaftes im Satz. Wenn eine solch überprüfte Seite keine Fehler enthielt, so war diese jungfräulich. Leider wird der Korrekturprozess heute vernachlässigt und endet oft in Meinungsverschiedenheiten über den Verursacher eines Satzfehlers.

K

KAPITÄLCHEN  Es sind Großbuchstaben (Versalien), deren Höhe der Normalhöhe (x-Höhe) der Kleinbuchstaben (Gemeinen) entspricht. Ihre Strichstärke und ihr Grauwert orientieren sich an denen der Gemeinen. Wenn keine echten Kapitälchen in einer Werkschrift vorhanden sind, sollte auf den Einsatz von falschen Kapitälchen verzichtet werden; sie sind entweder zu groß oder zu hell (dünn). In beiden Fällen fallen sie dann bei der Betrachtung aus einiger Entfernung sofort ins Auge. Dies ist ein genereller Fehler von Word-Benutzern oder DTP-Laien. In der angelsächsischen Typographie sind die Kapitälchen etwa 10 % größer als die Gemeinen. Die Schrifttechnik OpenType enthält zwei Features für den Zugriff auf die Kapitälchen: „Small Caps“ für die vergrößerten Kapitälchen und für die Kapitälchen normaler Größe „Petite Caps“.

L

LASIERENDE FARBE  Durchscheinende Farbschicht im Gegensatz zu Deckfarbe (opak). Druckfarben sind überwiegend lasierende Farben. Die durchscheinende, farbfilterähnliche Wirkung ist eine Voraussetzung für die subtraktive Farbmischung.

LAYOUT  (engl.: „Plan“ oder „Anlage“) bezeichnet man das detaillierte Sichtbarmachen eines gedanklichen Bildes, meist dem einer Drucksache. Die Visualisierung vermittelt dem Gestalter und dem Auftraggeber einen Eindruck über die Form der späteren Ausführung und dient damit als verbindliche Entscheidungsgrundlage für die weitere Ausführung.

LICHTART  Bezeichnung für Licht, dessen Strahlungsfunktion genau definiert ist, z.B. durch die Farbtemperatur T=5000 K als sogenannte Lichtart D50 oder T=6500 K als D65 (mittleres Tageslicht). Die Angabe der Lichtart ist wichtig für die Abmusterung von Farbdrucken.

LICHTER (Spitzlichter)  Die hellen Töne eines positiven Bildes und die entsprechenden Stellen des Negativs.

M

MAJUSKEL  (v. lat.: majusculus = etwas größer), Versalbuchstaben oder Versal ist in der Typografie ein Fachbegriff für Großbuchstaben und gleichzeitig eine Auszeichnungsart. Einen Großbuchstaben mitten im Wort nennt man Binnenmajuskel. Das Gegenteil eines Majuskels ist ein Minuskel. Die Versalschrift oder Majuskelschrift ist eine Schrift, in der alle Buchstaben groß dargestellt werden. Im Gegensatz zu Kapitälchen ist die Buchstabenhöhe dabei konstant. Damit Versalschrift gut lesbar ist, sollte sie um etwa zehn Prozent kleiner als der restliche Text und gesperrt sein.

MEDIÄVALZIFFERN oder Minuskelziffern  haben anders als Versalziffern Ober- und Unterlängen wie Kleinbuchstaben auch und fügen sich daher harmonisch in Fließtext ein. Mediävalziffern werden seit dem 12. Jahrhundert, als die arabischen Ziffern die römischen abzulösen begannen, verwendet. Seit dem 19. Jahrhundert sind die für Tabellen geeigneteren Versalziffern auch im Fließtext üblich geworden. Mediävalziffern werden aber bis heute bei anspruchsvollem Schriftsatz verwendet. Bei heutigen Fonts werden Varianten mit Mediävalziffern oft mit dem Beinamen „OSF“ für „old style figures“ angeboten.

METTAGE  ist ein Begriff der in der alten Druckvorstufe benutzt wird. Die fertig gesetzten Artikel und Überschriften werden durch den Metteur zu einem Seitenlayout zusammengefügt. Im Zeitalter von Desktop Publishing erfolgt diese Arbeit am Computer, jedoch wird dieser Begriff nicht mehr benutzt. Vorrangig ist dieser Begriff in der Zeitungsproduktion angesiedelt. Bis in die späten 80er Jahre gab es dafür noch eine eigene Spezialisierung unter den Schriftsetzern.

MINUSKEL  oder Gemeinen sind Kleinbuchstaben. Sie passen in ein Vierlinienschema. In diesem können die Minuskeln auch eine Oberlänge (z. B. b, d, f, h, k, l) oder eine Unterlänge haben (z. B. g, j, p, q, y). Die Bezeichnung Minuskel ist aus dem lateinischen Wort minusculus abgeleitet, was so viel bedeutet wie eher klein. Sie stammt vermutlich etwa aus dem Jahre 1000 n. Chr. Das Gegenteil von Minuskel ist Majuskel bzw. Versal.

MOIRÉ  Unerwünschtes, störendes Muster (Interferenzeffekt) in gerasterten, i. allg. mehrfarbigen Bildern, das z.B. auf ungünstige Rasterwinkelung, einen Passerfehler (Verwinkelung) oder auch auf spezielle Strukturen der Vorlage in Verbindung mit dem Rasterwinkel zurückzuführen ist.

N

NORMALIZER  Eigentlich ein Begriff aus der Musikbranche. Hier greift eine Software in die digitale Audiodatei ein, analysiert diese und passt die Lautstärke an. In der Druckbranche ist ein Normalizer auch eine Software, die verschiedene Datenformate in RIP-freundliche Postscript-Dateien wandelt. Im Digitaldruck und in CtP-Workflows wird eine unüberschaubare Anzahl von PostScript- und PDF-RIPs eingesetzt, die nicht alle Dateien problemlos verarbeiten können. Vor allem ältere RIPs werden leicht zum Alptraum für alle, die mit Dateien aus den neuesten DTP-Programmen konfrontiert werden. Hier hilft ein Normalizer, der automatisch (oder auch nicht) die Belichtungsprobleme behebt. So die Theorie.

O

OPAZITÄT  In der Optik ist damit die Lichtdurchlässigkeit gemeint. Die Opazität wird in vielen Bereichen als eine physikalische Eigenschaft benannt. Auch für Papier oder Druckfarben. Eine so genannte Opazität wird beim Papier durch Zugabe von Füllstoffen oder einen höheren Holzanteil erzeugt. Bei der Opazität von Druckfarben wird unterschieden zwischen der durchscheinenden (lasierenden) Farbe und einer opaken Farbe (Deckfarbe).

P

PAGINA  Es ist ein Begriff aus der Typographie mit verschiedenen Bedeutungen je nach Kontext. Historisch kommt der Begriff aus der Periode des Hand- und Bleisatzes. 1. Die Seitenzahl (lat. Pagina „Blatt“). 2. Die fortlaufende Durchnummerierung eines Buches (paginieren). 3. Eine komplette Buchseite zur Zeit des Hand- und Bleisatzes, der Teil des toten Kolumnentitels außerhalb des Satzspiegels. Beim Paginieren werden die Umschlagseiten (Titelseite, Editorial, Impressum, Inhaltsverzeichnis,...) anders gezählt, die gedruckte Seite erhält keine gedruckte Seitenziffer. Die erste Seitenziffer erscheint deshalb bei Büchern z.B. erst auf Seite 7.

PANTONE  oder auch PMS (Pantone Matching System) ist ein Farbsystem, welches von der Firma Pantone LLC 1963 in New Jersey entwickelt wurde. Eingesetzt wird es hauptsächlich in der Grafik- und Druckindustrie. Ursprünglich fertigte diese Firma Farbkarten für die Mode- und Kosmetikindustrie. Es enthält Sonderfarben, welche im Vierfarbdruck (4c) nicht erreicht werden können. International ist dieses Sonderfarbensystem gängig. Durch das Nummernsystem kann man die Farben weltweit austauschen, ohne auf die individuelle Farbwahrnehmung angewiesen zu sein.

PDF  Das „Portable Document Format“ ist ein plattformübergreifendes Dateiformat für druckbare Dokumente, das von der Firma Adobe Systems entwickelt und 1993 mit Acrobat 1 veröffentlicht wurde. PDF ist ein proprietäres, aber offengelegtes Dateiformat. Eine Teilmenge des Formats ist inzwischen als PDF/X und PDF/A von der ISO genormt worden. Damit lassen sich aus Texten, Bildern und Grafiken gemischt oder nur einzeln bestehende Dokumente/Dateien erzeugen und darstellen. Die Benutzer sollen dieses Format nicht ändern und bearbeiten können. Dadurch soll u.a. das Copyright besser gewahrt werden. In der Startphase war der Adobe Reader kostenpflichtig. Erst die kostenfreie Weitergabe der Software ermöglichte die Verbreitung im heutigen Ausmaß. Ein häufig verwendetes Programm zur Erzeugung von PDF ist Adobe Acrobat Distiller, der aus PostScript-Dateien PDFs erstellt. Diverse Office- und DTP-Anwendungen von Drittherstellern bieten einen direkten PDF-Export an und sind auf vielen Plattformen verfügbar. Vor der Erstellung eines druckfähigen PDFs sollte immer Rücksprache mit der betreffenden Druckerei gehalten werden, um Komplikationen zu vermeiden.

POSTSCRIPT  PS ist eine Seitenbeschreibungssprache, die unter diesem Namen seit 1984 von der Firma Adobe entwickelt wird. Grafiken und Druckseiten werden als Dateien im PostScript-Format angelegt, um sie auf den unterschiedlichsten Ausgabegeräten in variabler Größe verlustfrei auszugeben. Grafische Elemente und Schriften werden in PostScript mit Hilfe von Vektoren beschrieben. Pixel-Graphiken werden gerastert. PostScript ist optimiert für die Druckerausgabe und eignet sich nur bedingt für die Anzeige am Bildschirm. PS-Dateien sind außerdem nicht für die Bearbeitung gedacht, sondern ein endgültiges Ausgabeformat. PostScript-fähige Drucker und Druckmaschinen sind zu diesem Zwecke mit einem PostScript-Interpreter ausgestattet, der die Datei zeilenweise interpretiert. Man unterscheidet Hard- und Software-Interpreter. Eine freie Software-Implementierung eines solchen Interpreters bietet die Software Ghostscript, ist aber in der Druckvorstufe unbeliebt. Zu hoch sind die Unwägbarkeiten bei den mit Ghostscript erstellten Daten und führen oft zu Belichtungsfehlern. PostScript hat sich über die Jahre zu einem Standard in der Druckindustrie entwickelt, wird aber immer mehr von PDF verdrängt, das ebenfalls von Adobe entwickelt wurde.

PREFLIGHT  Damit ist die automatische oder auch manuelle Überprüfung eines Dokumentes gemeint. Ein Preflight wird immer beim Anliefern von Fremddaten in der Druckerei oder im Belichtungsstudio durchgeführt. Es gibt Prefllight-Programme für offene Dokumente oder für so genannte geschlossene Druckdaten, wie etwa PDFs. Beispiele für solche Programme sind Flightcheck von MarkZWare oder PitStop von Enfocus. Dabei werden die drucktechnisch relevanten Eckdaten gecheckt, wie Fonteinbettung, Überfüllungen, Farbräume/Sonderfarben oder auch Pixelauflösung. Wenn ein Dokument vor der Auslieferung überprüft wurde, kann man eine Menge Geld und Ärger sparen.

PROOF (Prüfdruck)  Verfahren zur Qualitätskontrolle in Druckvorstufe und Druck bezüglich Farbwiedergabe, Passer, Text- und Bildanordnung oder auch als Vorlage für den Auflagendruck. Es wird je nach Art der Vorlage zwischen Analog- und Digital-Proof unterschieden. Analog-Proofs werden von fertig belichteten Filmen z.B. mittels Farbfolien auf fotomechanischem Weg hergestellt. Dieses Verfahren ist aber nicht mehr üblich. Digital-Proofs werden mittels Farbdrucker (meist in Ink-Jet- oder Thermosublimationsverfahren) aus dem digitalen Datenbestand erstellt. Dabei soll das zu erwartende Druckergebnis auf einer Auflagendruckmaschine so gut wie möglich nachgebildet werden; dies wird unterstützt/erreicht durch Einsatz von Color-Management-Systemen.

PUNZEN  Als Punzen werden in der Typografie die nichtdruckenden Innenflächen eines Buchstabens beschrieben: als geschlossene Punzen bezeichnet man die umschlossenen Innenflächen der Buchstaben a, b, d, e, g, o, p, q; als offene Punzen z.B. die der Buchstaben h, m, n oder u. Die Punzenbreite des Kleinbuchstabens "n" dient als Anhaltspunkt für den Wortzwischenraum.

Q

QUALITÄT  hängt auch bei uns von vielen Faktoren ab. Der Druckvorstufen-Workflow muss optimal eingerichtet werden. Die gelieferten PDFs und auch die selbst erstellten sollten keine unerwünschten Profile enthalten sowie alle Fonts eingebunden sein. Weiterhin muss der CtP-Belichter kalibriert und linearisiert sein. Die Auswaschstation muss immer gereinigt werden. An der Druckmaschine sollte ein Drucker arbeiten, der ein gutes Farbgefühl besitzt. Farben so wiederzugeben - wie der Kunde es wünscht, der Digiproof es vorgibt oder das CI - ist keine leichte Aufgabe. Auf ein häufiges Wechseln der Gummitücher sollte geachtet werden. Auch das Papier sollte richtig gewählt und behandelt werden. Die Luftfeuchtigkeit spielt dabei auch eine nicht geringe Rolle. Oder die Laufrichtung des Papieres. Eine falsche Laufrichtung bringt evtl. Probleme beim Falzen mit sich. Dies sind nur einige wenige Punkte, die es gilt zu beachten. Vorrangig ist aber immer der menschliche Faktor die wichtigste Qualitätskomponente.

R

RASTER  In druckende und nichtdruckende Bildelemente (Rasterpunkte oder -linien) zerlegte Fläche, wobei die Größe und/oder die Anzahl der Bildelemente pro Fläche entsprechend den Tonwerten der Vorlage variieren.Es wird im wesentlichen unterschieden zwischen Amplitudenmodulierter (AM-) und Frequenzmodulierter (FM-)Rasterung. Das Rastern einer Halbtonvorlage zur Erzeugung des Rastertonbildes wird heute überwiegend auf elektronischem Weg durchgeführt.

RASTERFREQUENZ (Rasterfeinheit, Rasterweite)  Anzahl von Druckbildelementen wie Rasterpunkte und -linien pro Längeneinheit in jener Richtung, in der sich der höchste Wert ergibt. Einheit: cm –1.  So liegen z.B. in einem 70er Raster (üblicher Wert im Offsetdruck) 70 durch Rasterlinien gebildete Rasterzellen auf der Länge von einem Zentimeter.

RASTERPUNKT  Bildelement eines Rasters, z.B. kreis-, ellipsen-, rautenförmig oder quadratisch geformt. Unterhalb des Mitteltones sind die eingefärbten Rasterpunkte freistehend gedruckte Flächenteile, oberhalb verbinden sie sich miteinander und es erscheinen Rasterpunkte als vom Druck ausgesparte helle Flächen.

RAUHSATZ  In der deutschen Sprache mit ihren zahlreichen Komposita ist die Form des Flattersatzes wenig verbreitet, die wegen der Verhinderung der Silbentrennung ein sehr unruhiges Schriftbild ergibt. Deswegen ist der so genannte Rausatz mit Silbentrennung innerhalb einer in der Textverarbeitung vorgegebenen Trennzone am Zeilenende hierzulande verbreitet.

S

SATZSPIEGEL  Als Satzspiegel wird in der Typografie die Nutzfläche auf dem Papier eines Buches, einer Zeitschrift oder anderen Druckwerken bezeichnet. Der Satzspiegel wird begrenzt durch die Satzspiegelränder, also die Stege außerhalb der bedruckten Fläche. Die Spalten (Kolumnen) mit Text, Grafik oder Bild gehören immer zum Satzspiegel, während der Kolumnentitel (Kopfzeile, Seitenzahl etc.) nicht mehr dazu gehört. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Bleisatz und Buchdruck: Im Spiegel über seinem Arbeitsplatz konnte der Setzer die seitenverkehrt gesetzten Buchstaben seitenrichtig lesen.

SCHUSTERJUNGE  Das Gegenstück zum Hurenkind ist der Schusterjunge, die erste Zeile eines Absatzes als letzte Zeile einer Spalte oder Seite. Es gibt die einfache Merkregel: Ein Hurenkind weiß nicht, wo es herkommt, ein Schusterjunge nicht, wo er hingeht (im Lesefluss).

SERIFEN  Als Serife (auch Füßchen oder Schraffe) bezeichnet man die (mehr oder weniger) feinen Linien, die einen Buchstabenstrich am Ende, quer zu seiner Grundrichtung abschließen. Es wird allgemein angenommen, dass Serifen die Leserlichkeit eines (gedruckten) Textes verbessern, daher werden längere Texte üblicherweise in einer Serifenschrift gedruckt. Die bessere Leserlichkeit soll dabei vor allem durch die Betonung der Grundlinie und Mittellinie einer Schrift durch die Serifen zustandekommen. Serifenlose Schriften werden dagegen eher für kurze Texte und Überschriften eingesetzt.

SPEKTRALFOTOMETER  Bezeichnung für ein Meßgerät zur Bestimmung von Farbwerten, wie z.B. Buntton, Helligkeit und Sättigung, mit denen Farbe dem Farbempfinden des Menschen entsprechend zahlenmäßig eindeutig gekennzeichnet werden kann (im Gegensatz zum Densitometer, mit dem nur Schichtdicken erfasst werden).

SPOT COLOR Sonderfarbe, Schmuckfarbe;  wird zusätzlich oder anstatt der Standardfarben (C,M,Y,K) im Druck eingesetzt, um spezielle Farbtöne ohne Mischung der Grundfarben zu drucken. Oft auch als einzige Buntfarbe im Schwarz/Weiß-Druck.

T

TONWERT (Rastertonwert)  Maß für den optischen Eindruck einer gerasterten Fläche, ausgedrückt in Prozent, wobei die unbedruckte Fläche den Tonwert 0% und die Volltonfläche den Tonwert 100% hat. Der Tonwert gibt beim Rastern das prozentuale Flächenverhältnis von Rasterpunkten zur Gesamtfläche an.

TRAPPING  1. Farbannahmeverhalten beim mehrfarbigen Übereinanderdruck. 2. Überfüllung/Unterfüllung in der Reprotechnik beim Bildaufbau (s. Überfüllung).

TRUETYPE  Ein Schriftdarstellungsstandard für Bildschirm und Druck (engl. „echte Schrift“ bzw. „echter Buchstabe“). Er wurde im Jahre 1991 von der Firma Apple vorgestellt und später von Microsoft lizenziert und ist gegenwärtig in die Betriebssysteme Windows und Mac OS integriert. TrueType-Schriften gehören zu den Outline-Schriften. Sie werden im Gegensatz zu Bitmap-Schriften nicht aus einzelnen Pixeln aufgebaut, sondern nach dem Prinzip einer Vektorgrafik aus Konturen. Speziell handelt es sich hier um quadratische B-Splines. Die konkurrierende ältere POSTSCRIPT-SCHRIFT-Technik von Adobe verwendet Bézierkurven. Der Vorteil der Vektordarstellung ist die verlustfreie Skalierbarkeit, d.h. die Größe der Schrift ist beliebig veränderbar. Erst bei der Ausgabe auf die unterschiedlichsten Geräte, meist Bildschirm und Drucker, werden die Konturen mit Pixeln gefüllt.

U

ÜBERFÜLLUNG  In der Reprotechnik wird mit Überfüllung die Überlappung zweier aneinanderstoßender Farbflächen bezeichnet. Die Flächen werden beispielsweise in der Reproduktion gering verbreitert, damit sich Fehlpasser nicht durch unschöne weiße Stellen (Blitzer) bemerkbar machen (auch Trapping genannt). Entsprechend können auch Unterfüllungen erforderlich werden, wenn z.B. negative Strukturen (z.B. Schrift) ein mehrfarbig aufgebautes Umfeld haben.

U&lc  Seit 1973 gab die ITC die Hauszeitschrift U&lc (Upper and lower case = Groß- und Kleinbuchstaben) heraus, deren Titelschriftzug mittlerweile ein Inbegriff des ITC-eigenen Typografiestils ist. Herausgeber der prägenden Typographie-Zeitschrift war bis zu seinem Tode Herb Lubalin.

V

VAKAT  (lateinisch vacare = leer sein) oder Leerseite bezeichnet der Buchbinder die Seiten eines Buches, die zwar in der Paginierung (Seitenzählung) mitgerechnet werden, jedoch nicht bedruckt sind. Das bedeutet, dass auf diesen Seiten auch keine Seitenzahlen aufgedruckt sind.

VEKTORFORMAT  Format, bei dem Strichbilder (Liniengrafik, Text) nicht in Form von einzelnen Bildpunkten (Pixel) gespeichert werden, sondern in Form von Linienstücken, definiert durch Angabe von Anfangs- und Endpunkt („Vektoren“) sowie Strichbreite. Vorteile gegenüber dem Pixelformat sind in der Regel ein wesentlich geringerer Speicherbedarf und die Skalierbarkeit ohne Einbuße an Bildschärfe.

W

WINKELHAKEN  Damit ist eine verstellbare Lehre zum Zusammensetzen einer Zeile aus Bleilettern gemeint. Durch Verwendung des Winkelhakens ist sichergestellt, dass alle Zeilen exakt die gleiche Länge haben und beim Einspannen des gesamten Satzes, der aus etlichen Zeilen besteht, ein geschlossener Satz entsteht. In der Fach- und Umgangssprache der Setzer wird der Winkelhaken auch Kelle genannt. Der Winkelhaken wurde bereits von Johannes Gutenberg entwickelt und im Buchdruck verwendet, bis er durch die Einführung der Setzmaschinen (Monotype, Linotype) verdrängt wurde. Aber auch danach wurden immer noch Überschriften und Akzidenzen damit gesetzt oder er wurde zum Ablegen verwendet.

WORKFLOW  Beschreibung, Organisation und Überwachung von Arbeitsabläufen; Prozessschritte zur Erzeugung von Produkten; z.B. beschreiben die Arbeitsbereiche Premedia, Prepress, Press, Postpress in groben Schritten die Produktionsabschnitte von der Idee bis zum fertigen Druckprodukt. Der entsprechende Workflow kann mehr oder weniger vernetzt sein. Beim digitalen Workflow werden Dokumente mit Hilfe eines Computersystems/Netzwerkes von einer Arbeitsstufe zur nächsten geleitet.

X

X FÜR EIN U VORMACHEN  bedeutet, wenn jemand täuscht oder betrügt. Ihren Ursprung hat diese Redewendung in den römischen Zahlen, bei denen Buchstaben für Zahlen stehen. So kann der Buchstabe V, welcher für die Zahl 5 steht, durch Verlängerung der Striche nach unten zum Buchstaben X umgeschrieben werden. Dieser steht wiederum für die Zahl 10, so dass eine (vermeintliche) Verdoppelung der Zahl entsteht. Der heutige Buchstabe U stammt vom V des lateinischen Alphabets ab, was die heutige Form der Redewendung erklärt. Interessant ist hier nur der geschichtliche Aspekt bei einem vermeintlich einfachen Buchstabentrick. Im Übrigen war es ein ähnlich betrügerisches Delikt bei den alten deutschen Autokennzeichen. So ist es oft vorgekommen, dass Fahrzeughalter durch schwarze Klebestreifen Zahlen oder Ziffern veränderten. Mit den neuen Autokennzeichen ist diese Möglichkeit nun ausgeschlossen, weil findige Typographen die Manipulation durch einfache schwarze Striche unmöglich machten.

Y

Y-ACHSE  Blindtext

Z

ZEILENABSTAND  wird oft mit dem Durchschuss verwechselt – ist jedoch nicht dasselbe, denn der Zeilenabstand wird von Grundlinie zu Grundlinie gemessen. Ein Zeilenabstand ist einer der Grundlagen, um Mengentextberechnung an einem Buch durchzuführen.

ZWIEBELFISCHE  Sie sind in der Fachsprache der Schriftsetzer und Buchdrucker im Text versehentlich in einer falschen Schriftart, Garnitur erscheinende Buchstaben. Der Begriff wird in dieser Bedeutung ausschließlich im Plural verwendet. Der Singular bezeichnet in der Regel die Zeitschrift Zwiebelfisch. Der Begriff stammt aus der Zeit des Bleisatzes. Der Fehler schlich sich ein, wenn Buchstaben in die falschen Setzkästen zurücksortiert wurden. Geläufig war auch der Begriff des verfischten Setzkastens, wenn zahlreiche Zeichen falsch einsortiert waren. Auch beim Desktop Publishing gibt es Zwiebelfische. Grund hierfür sind beispielsweise Schriftarten, die keine Sonderzeichen oder Umlaute enthalten. Diese müssen dann in einer anderen Schriftart gesetzt werden.


(wird ständig erweitert)